Projektidee

In der Gemeinde Hasliberg soll bedarfs- und bedürfnisgerechter Wohnraum für verschiedene Generationen an zentraler Lage entstehen. 

Ausgangslage

Der demografische Wandel ist wie in der ganzen Schweiz auch in Hasliberg spürbar – der Anteil der über 65-Jährigen nimmt stetig zu, während jener der 0-19-Jährigen und der 20-39-Jährigen tendenziell abnimmt.

Das Fehlen von hindernisfreiem Wohnraum in Hasliberg zwingt manche ältere Menschen zu einem Wechsel in ein Altersheim und damit zu einem neuen Wohnort. Im Jahr 2015 wohnten insgesamt 18 ehemalige Hasliberger Einwohner/innen in auswärtigen Alters- oder Pflegeheimen. Die meisten Menschen der Generation 60+ möchten jedoch nicht vom Hasliberg wegziehen, da damit ihre gewohnte Umgebung und die alltäglichen sozialen Bindungen verloren gehen.

Bisherige Tätigkeiten

Im Rahmen des Projekts „Zukunft Hasliberg“ wurde das Thema Alterswohnen als wichtiges Handlungsfeld bezeichnet und an der Zukunftsveranstaltung vom Juni 2015 bildete sich eine Arbeitsgruppe von interessierten Haslibergerinnen und Hasliberger an diesem Thema. Leitend für die Gruppe war das Ziel, dass ältere Menschen möglichst lange selbständig in der Gemeinde leben können und auch bei körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit haben, möglichst lange, selbstbestimmt und unabhängig in ihrem gewohnten Umfeld sinnerfüllt leben können. In der Gemeinde Hasliberg soll deshalb bedarfs- und bedürfnisgerechter Wohnraum für ältere (sowie auch jüngere) Menschen mit Einschränkungen an zentraler Lage zur Verfügung stehen. Gleichzeitig ermöglicht dies, dass Platz und bezahlbarer Wohnraum für die jüngere Generation frei wird. 

Auf der Basis dieser Überlegungen wurde das Ziel eines Generationenhauses gesetzt.

Die Arbeitsgruppe nahm ihre Tätigkeit im Sept. 2015 auf, führte verschiedene Recherchen zum Thema Alterswohnen durch und diskutierte vorerst die Möglichkeiten, Hindernisse und Rahmenbedingungen für altersgerechtes Wohnen in Hasliberg. Der Arbeitsgruppe war es wichtig, als erstes die Bedürfnisse der Betroffenen abzuholen und anhand diesen ein passendes Angebot zu schaffen. Aus diesem Grund und um die Planung auf eine möglichst realistische Basis zu stellen, führte die Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe eine Befragung der über 55-jährigen Bevölkerung durch. 

158 Haslibergerinnen und Hasliberger (Rücklauf 37%) haben den Fragebogen ausgefüllt, was auf das Interesse am Thema rückschliessen lässt. Die Befragung führte u.a. zu folgenden Resultaten:

  • Das Planen eines Übergangs der Wohnform mit zunehmendem Alter ist für die Befragten selbstverständlich.
  • Die Mehrheit der Antwortenden möchte im Fall einer notwendigen Veränderung der Wohnsituation am Hasliberg bleiben.
  • 102 Personen, und damit die grosse Mehrheit, können sich vorstellen, dereinst in eine altersgerechte Wohnung mit Pflegemöglichkeit am Hasliberg umzuziehen.
  • 89 Personen können sich vorstellen, in ein Mehrgenerationenhaus zu ziehen.
  • Die meisten Befragten können sich vorstellen, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, wenn sie Unterstützung brauchen.
  • Über 100 Personen können sich vorstellen, selber vermehrt freiwillige Tätigkeiten für andere zu leisten.

 
Ende Mai 2016 präsentierte die Arbeitsgruppe ihre Idee und ihre ersten Ergebnisse im Rahmen der Ergebniskonferenz von „Zukunft Hasliberg“. Der Stand und die Inhalte der AG stiessen auf reges Interesse.
 
Im Sommer 2016 haben Mitglieder der Arbeitsgruppe neun gute Beispiele von Alters- und Generationenwohnen in kleinen Gemeinden besucht. Gesucht waren Alters- und Generationenwohnhäuser im ländlichen Raum und im Berggebiet, die offen sind für die breite Dorfbevölkerung. Aus diesen Besuchen resultierten vielfältige Erfahrungen und Erkenntnisse, die in das vorliegende Konzept eingeflossen sind.
 

Weiter leistete die Arbeitsgruppe alle Vorarbeiten für die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft und erarbeitete Statuten. Die Wohnbaugenossenschaft Hasliberg wurde am 31. August 2019 gegründet.